Moment mal!: Akkreditierung beim Castor-Transport?

„Moment mal!“: Die aktuelle Entwicklung im Mediengeschäft gibt mir zu denken. Die Akkreditierungspraxis beim Castor-Transport im November 2011 behindert die Pressefreiheit.

Ich studiere Online-Journalismus und mir graut es vor der Zukunft. Es gibt immer mehr Beeinträchtigungen in meinem Beruf. Nehmen wir zum Beispiel den Castor Transport nach Gorleben in dieser Woche.

Normalerweise schicken die Redaktionen ihre Journalisten ins Wendland, damit sie über die Proteste und den Transport berichten. Die Journalisten können sich dann vor Ort frei bewegen und ungestört arbeiten. Sollte es notwendig sein, geben sie sich gegenüber der Polizei mit ihrem Presseausweis zu erkennen.

In diesem Jahr ist das anders: Die niedersächsische Polizei forderte alle Journalisten auf, die über den Castor Transport berichten wollen, sich akkreditieren zu lassen.

Als Akkreditierung bezeichnet man die Zulassung von Medienvertretern zu bestimmten Veranstaltung – wohlgemerkt, die ZULASSUNG.

Alle Antragsteller werden im Vorfeld überprüft. Offiziell heißt es: Um herauszufinden, ob es sich wirklich um einen Journalisten handelt.

Was kann aber ein Journalist, der im letzten Jahr kritisch über die Polizeieinsätze im Wendland berichtet hat, tun, wenn ihm die Akkreditierung verweigert wird? Er wird zwar von der Berichterstattung nicht ausgeschlossen – muss aber mit Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit und mit langen Wartezeiten an den Kontrollpunkten rechnen.

Zugegeben, Akkreditierungen sind heute der Alltag für Journalisten. Normalerweise werden sie jedoch nur bei Veranstaltungen eingesetzt, bei denen die Anzahl der Plätze für Journalisten begrenzt ist. Selbst das ist ein Problem. Wenn in der Zeitung nur noch das steht, was von Anderen erlaubt wird, dann gute Nacht.


 Artikelbild:  gruenenrw, flickr, CC-BY-SA

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  1. Aus dem taz.de-Castorticker vorn Gestern:

    14.25 Uhr: Polizei erkennt Presseakkreditierung nicht
    Dumstorf. Einige Beamte erkennen nicht die Presseakkreditierung der Polizeidirektion Lüneburg. Kommentar: „Noch nie gesehen.“ Zunächst verweigert die Polizei einigen Pressevertretern den Zugang zum Einsatzort, an dem mehrere DemonstrantInnen festgehalten werden