Ernten für die Zukunft

Wir strengen uns an, schuften bis zum Umfallen, doch die Ernte für unsere Mühen fährt ein Anderer ein. Auf Dauer kann das nicht funktionieren. Ernten für die Zukunft ist angesagt.

Das Korn steht auf den Feldern, die Ähren bewegen sich im Wind. Die investierte Arbeit hat sich gelohnt, eine gute Ernte kann eingefahren werden. Manchmal denke ich: Schön, wenn das wirklich so wäre.

Bei Weitem wird harte Arbeit nicht immer belohnt. Unterbezahlte Arbeiter fallen mir spontan dazu ein. Aber auch Menschen, die von ihrem Lohn alleine ihren Unterhalt nicht zahlen können. Auch Arbeiter, die eine Leistung erbringen, diese aber nicht anerkannt bekommen, können ihre Ernte nicht einfahren.

Ernten für die Zukunft, heißt nicht zwingend Geld zu ernten

Doch für die Zukunft zu ernten, bedeutet nicht automatisch Geld zu ernten. Sicher mit Geld lässt sich Wohlstand erkaufen und dem ersten Anschein nach vielleicht auch Glück. Doch eine gute Ernte ist mehr.

Wenn der Chef uns vertraut, dass wir einen wichtigen Auftrag meistern können, dann tut das gut. Ein Lob oder ein Dankeschön für die getane Arbeit zu erhalten, stärkt unser Selbstbewusstsein. Nach einem Erfolg mit weiteren wichtigen Projekten und Aufgaben betraut zu werden, stärkt unseren Mut. Mit eigener Kraft etwas geschafft zu haben, macht uns glücklich. All das ist eine gute Ernte für unsere Seele. In der Arbeitswelt sollten nicht nur die Geldscheine eingefahren werden.

Nicht alleine das Geld macht die gute Ernte aus. Ein Job, den wir nicht mögen – der lässt unsere Ähren nicht wachsen. Eine Arbeit, bei der wir selbst zu kurz kommen, lässt unsere Saat vertrocknen. Wir brauchen Menschlichkeit im Arbeitsalltag, nicht Maschinen. Auch nicht ein Stück Papier, das seinen Wert nur durch die Unterschrift des EZB-Präsidenten erhält.

Ähren im Wind: Ernte

Ähren, Foto: Martin Krauß

Es kommt aber auch darauf an, dass wir Felder, auf denen die Saat ausgebracht ist, pflegen. Nur so können wir uns am Ende des Tages zurücklehnen und mit einem guten Gefühl auf die getane Arbeit schauen.

Ausbildung, Studium, Lehre, Schulabschluss

Viele Jugendliche und junge Erwachsene beginnen in diesen Wochen einen neuen Lebensabschnitt. Sie haben das Abitur bestanden, den Bachelorabschluss in der Tasche, fangen eine Lehre, ein Masterstudium an oder haben einen festen Arbeitsplatz gefunden. Sie brauchen Rückhalt durch ihre Kollegen, deren Rat und Erfahrung. Sie brauchen Unterstützung, damit sie ihre Saat auf den Feldern ausbringen können.

Zugleich gibt es eine Reihe von Erwachsenen, die mit neuen Anforderungen, technischen Gerätschaften oder einem neuen Kommunikationsstil in ihrem Unternehmen nicht zurecht kommen. Auch sie brauchen Unterstützung. Ihnen kann die jüngere Generation weiterhelfen.

Wenn wir mit einem menschlichen Miteinander für die Zukunft ernten, dann wird das auch eine gute Ernte. Dann können wir uns getrost die Ähren auf den Feldern anschauen, wie sie sich im Wind bewegen. Dann können wir sicher sein, dass sich unsere Arbeit gelohnt hat und wir die Kraft haben, das Feld erneut zu bestellen.

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