Auf ins unterirdische Reich, Drachenjägerin

Auf ins unterirdische Reich. Auf Drachenjägerin, ehre das hohe Spiel. Wir nähern uns dem Ende. Gleich sind wir tot; ertrunken bei dem Versuch dem Heiligen eine Schuppe zu stehlen. Eine Schuppe, die uns den Kampf gegen den grausamen Drachenkönig erlaubt.

Manchmal scheint es, als sei alle Hoffnung verloren. Der Ausweg, an den wir glauben, stellt sich als Irrweg heraus. Wir tappen in eine Falle, zweifeln an unseren Freunden und sind blind für die Hoffnung. Ungefähr so ergeht es Linn, der Drachenjägerin im dritten Band von Maja Winters „Die Drachenjägerin“-Trilogie.

„Nein, Zauberer sind nicht immer alte Herren, die Blumen aus ihren Taschen wachsen lassen. Aber verrückter als Matrosen können sie eigentlich nicht sein.“ Nival

Dieses Gefühl – Verzweiflung – überkommt Linn nach dem ersten Drittel des Buches “Die Drachenjägerin 3 – Das unterirdische Reich”. Das Buch hat dort seinen ersten Höhepunkt erreicht und Winter ihre Leser erneut überrascht. Ein letztes Mal, so scheint es, ist wieder einmal nichts so, wie es Linn und die Leser geglaubt hatten. Dennoch ändert sich nach diesem Showdown im Schloss von Lanhannat alles.

Der Wunsch des roten Drachen

Während der Drachenkönig die Welt mit Krieg überzieht, bekannte Schauplätze aus “Das hohe Spiel” und “Das geheime Bündnis” verwüsten lässt und keine Gnade kennt, setzen Linn und Nival alles daran den Wunsch des roten Drachen Gah Ran zu erfüllen. Sie wollen in das unterirdische Reich und die Drachen von dem Fluch befreien, der auf ihnen liegt. Doch ausgerechnet Rinek, Linns Halbbruder verspielt den greifbaren Erfolg.

Es wird für Linn und dem Schreibergesellen Nival schwieriger sich in der Welt zu orientieren. Der Rat des Narren Jikesch begleitet Linn zudem weiterhin: „Erkenne, wer du bist. Erkenne, wer deine Feinde sind. Erkenne, wer deine Freunde sind. Dann bist du unbesiegbar.“ Um das zu schaffen, muss Linn jedoch lernen, dass es mehr gibt als die Magie, die sie bisher kennen gelernt hat.

Mythologie in einer Welt voller Drachen

Maja Winter schließt mit ihrem dritten Band von “Die Drachenjägerin” die Geschichte um Linn Harlon, der Drachenjägerin aus der Provinz, ab. Noch stärker als beim zweiten Band, ist es für das Verständnis von Band drei “Das unterirdische Reich” notwendig, die beiden ersten Bücher gelesen zu haben. Denn die vielen einzelnen Erzählstränge werden in diesem dritten Band weiter zusammengeführt, die Erklärungen für Neueinsteiger beschränken sich auf ein Minimum an Informationen.

Drachenjägerin: "Das unterirdische Reich"

Cover: Blanvalet,
ISBN: 978-3-442-26823-8

Um das Finale der Trilogie zu erzählen, reicht der Autorin jedoch ein Spannungsbogen nicht aus. Nach dem vermeintlichen Höhepunkt der Erzählung im Schlosshof beginnt erst die eigentliche Geschichte dieses dritten Bandes. Dabei steht das im Mittelpunkt, was die Drachen eigentlich sind. Die Mythologie dieser Wesen fasziniert – sie wird aber erst am Schluss der Geschichte vollständig aufgelöst. Der Versuch der Hauptprotagonisten doch noch alles zum Guten zu Wenden zieht sich dagegen in die Länge. Während die Twists der Geschichte und die Überraschungen in den ersten beiden Bänden noch wohl dossiert waren, sind es in diesem Band allerdings eher zu viele.

Die Handlung ist sehr komplex gestaltet, doch im Mittelteil verliert die Erzählung an Spannung. Diese ist aber dringend notwendig, um den Lesern nach der Enttäuschung zum Abschluss des ersten Spannungsbogens zu helfen, sich auch auf den zweiten noch furioseren Spannungsbogen einzulassen.

Das Buch:

MAJA WINTER: DIE DRACHENJÄGERIN 3 – DAS UNTERIRDISCHE REICH
Blanvalet
, ISBN: 978-3-442-26818-4

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