Gray, nimm ne Nuss

Nach Schafen nun ein Graupapagei: Leonie Swann hat ihren neuen Krimi vorgelegt. Mit viel Situationskomik und zwei kuriosen Hauptfiguren kann “Gray” gleich doppelt Punkten. Also macht es wie Gray, nehmt eine Nuss und macht es euch bis zur Lösung des Falles gemütlich.

Dr. Augustus Huff ist Dozent an der angesehenen Universität von Cambridge und er hat ein Problem. Nun ja, eigentlich nicht nur eines. Doch am Tod eines seiner Studenten kommt er nicht vorbei, denn der hinterließ den Graupapagei Gray. Ein intelligenter Vogel, der das Leben des verschrobenen Neurotikers Huff gänzlich auf den Kopf stellt. In Leonie Swanns neuem Roman trifft Ordnung auf Chaos und Situationskomik auf Mordermittlung. Die perfekte Ausgangslage für eine Krimi-Parodie.

"Gray" von Leonie Swann | Cover: Goldmann Verlag

 „Gray“ von Leonie Swann, ISBN: 978-3-442-31443-0, Cover: Goldmann Verlag

Es ist an Huff zu beweisen, dass der Sturz seines Studenten kein Unfall war. Doch wie soll er ernsthaft seine noch nie erprobten detektivischen Fähigkeiten anwenden, wenn ihm ständig der Graupapagei auf der Schulter sitzt?

„Gray“ ist leichte Sommerlektüre, die das Krimi-Genre nicht allzu ernst nimmt

Die Erfolgsautorin von „Glenkill“ hat nachgelegt. Statt Schafskrimi liefert sie nun einen Krimi mit Graupapagei. Dabei punktet Swann mit dem Gespür für das Zusammenspiel ihrer Protagonisten. Das fröhliche Plappern des Papageis in unpassenden Momenten sorgt nicht nur für Schmunzelattacken beim Lesen. Dass hinter Grays Wortschatz mehr steckt, wird von Swann geschickt zum Thema des Romans gemacht. Gleichzeitig knöpft sich die Krimiautorin die edle Gesellschaft der Eliteuniversität mit ihren Schattenseiten vor und kann sich auch Seitenhiebe auf die edle britische Gesellschaft nicht verkneifen.

Wer eine leichte Sommerlektüre sucht, die das Krimi-Genre nicht allzu ernst nimmt, ist bei Leonie Swanns „Gray“ gerade richtig. 

Leicht und fluffig wird die Geschichte des verschrobenen Camebridge-Dozenten erzählt. Dafür geht Swann bei der Figurenzeichnung nicht in die Tiefe. Bis auf Huff und den toten Studenten bleiben andere Charaktere daher oberflächlich. Sie dienen dem Zweck, die Geschichte voranzutreiben. Das ist Swann gut gelungen. „Gray“ weist keine Längen auf und liest sich gut in einem Rutsch durch.

Das Buch:

Leonie Swann: Gray
Goldmann Verlag, ISBN: 978-3-442-31443-0

416 Seiten, als gebundenes Buch mit Schutzumschlag oder e-Book
Erschienen am 15. Mai 2017

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