Studium

Drei Städte, zwei Flüsse und ein Jahr 2012

ZDF Sendezentrum auf dem Lerchenberg in Mainz

Doch auch die Konzeption, Umsetzung und die Verteilung des fuppMagazins, sowie die #dlf50-Konferenz zu Jahresbeginn sorgten für Highlights in diesem Jahr. 2012 lassen sich meine Erfahrungen des Jahres gut an drei Städten festmachen.

Köln

Foto: Martin Krauß
Deutschlandradio, Funkhaus Köln Foto: Martin Krauß

Unmittelbar zu Beginn des Jahres 2012 zog es meine Kommilitonen und mich nach Köln in die Stadt am Rhein. Wir hatten im November und Dezember 2011 das Blog zur Jubiläumskonferenz des Deutschlandfunks vorbereitet und wollten am 06. und 07. Januar 2012 live von der Konferenz im Kölner Funkhaus bloggen.

Adrenalin und Neugier hießen die beiden Elemente, die uns trotz wenig Schlaf eine spannende und interessante Zeit im Rahmen von „Politik. Medien. Öffentlichkeit“ brachten. Um nur einige Erfahrungen dabei zu nennen: die Interviews mit Ralf Müller-Schmid von DRadio Wissen, sowie mit Roger de Weck dem Generaldirektor der SRG SSR. Aber auch die Führung, die Marco Bertolaso uns durch die Redaktionsräume der Abteilung Zentrale Nachrichten gab, weckte meine Neugierde. Sie sorgte für meine Rückkehr nach Köln in der zweiten Hälfte meines Jahres 2012.

Während meiner acht Wochen Praktikum im Kölner Funkhaus konnte ich meine Erfahrungen im Nachrichtenjournalismus weiter ausbauen. Auch die Nachtschicht zur US-Wahl sorgte für einen spannenden und lehrreichen Arbeitstag. Danke, für die Möglichkeiten, die ich während des Praktikums bekam.

Köln ist ein Zwitter

Da die Karnevalshochburg Köln mir und ich Köln gleich zweimal in diesem Jahr begegnet sind, möchte ich kurz zur Stadt selbst noch einige Zeilen schreiben.

Kölner Dom, Foto: Martin Krauß
Kölner Dom, Foto: Martin Krauß

Köln ist aus meiner Sicht ein Zwitter. Auf der einen Seite ist die Stadt durch die Vergangenheit geprägt. Die zwölf romanischen Kirchen sind in ihrer Bauart einmalig. Auch abseits des Kölner Doms zeugen sie von einer glorreichen Vergangenheit und einem eigenen Charme, der Köln prägt. Mitte September durfte ich bei einem Besuch in Köln nicht nur dem Klang der Orgel im Dom lauschen, auch ein als Gesang vorgetragener Gottesdienst in der Kirche Groß St. Martin überzeugte mich von diesem Teil der Stadt am Rhein.

Doch dann gibt es in Köln noch die Dauerbaustelle der Nord-Süd-Stadtbahn. Sie sorgt entlang der Linie Breslauer Platz am Kölner Hauptbahnhof und Bonner Straße / Gürtel in der Nähe des Kölner Funkhauses für eine ganze Reihe von kalten und hässlichen Baustellabsperrgittern. Hier zeigt sich, dass Köln nicht in der Vergangenheit stehen geblieben ist. Zugleich klafft damit aber auch eine noch immer offene Wunde der Stadt.

Die Stadtbahn ist aus meiner Sicht jedoch notwendig. Nicht nur einmal durfte ich erleben, dass die Buslinien 132 und 133, die derzeit den größten Teil dieser Route bedienen, nur mit großen Verspätungen ihre Haltestellen erreichen konnten. Der Verkehrskollaps scheint in Köln stets nur einen Unfall auf der nahen Autobahn entfernt zu sein. Dann rollen die Automassen durch die Bonner Straße auf das Nadelöhr Chlodwigplatz zu und der Verkehr ist lahmgelegt.

Mainz

ZDF, Foto: Martin Krauß
ZDF, Foto: Martin Krauß

Die zweite Stadt am Rhein, die mein Jahr 2012 prägte, ist ebenso von Traditionen geprägt. Der Mainzer Dom, das römische Theater und die Winzerfeste – das ist die Karnevalshochburg in Rheinland-Pfalz. Mainz hat malerische Plätze, selbst manche Hauptverkehrsachse der Stadt lässt sich als Grünidyll beschreiben. Wie in Köln, ist auch die Mainzer Innenstadt ein Ort, den Besucher nicht verpassen sollten.

Mit der Hospitation in der heute.de-Redaktion beim ZDF verbrachte ich bereits zum dritten Mal seit 2010 einige Zeit in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. Bereits zuvor hatte ich Praktika bei News & Pictures und der TV III a GmbH & Co.KG im Stadtgebiet Mainz-Marienborn / -Lerchenberg absolviert. Meine Erinnerung hat sich während meiner zehn Wochen beim ZDF bestätigt. Mainz ist Stadt und Dorf zugleich und das ZDF-Sendezentrum ein eigener Campus darin.

Ich wurde während meiner ZDF-Zeit gefragt, warum ich mich beim Zweiten Deutschen Fernsehen beworben habe. Ich antwortete vom journalistischen Standpunkt aus: Die Auswahl und Präsentation der Nachrichten im Zweiten spricht mich stärker an, als die der Konkurrenz. Dies liegt aus meiner Sicht im TV-Bereich, wie auch im Online-Bereich an der Innovationskraft des Senders.

Es liegt vor allem aber an den Menschen. An Redakteuren, die eine Familie sind und Mitarbeitern, die mit ihren Ideen die Sendeanstalt voranbringen. Ich durfte dies in der alltäglichen Redaktionsarbeit miterleben und vieles daraus mitnehmen. Danke, dass ich Teil dieser Familie sein durfte.

Dieburg

Kommen wir zu einer Stadt, die an einem nicht schiffbaren Gewässer liegt. Dieburg an der Gersprenz ist seit Herbst 2010 zu einem wichtigen Bestandteil meines Lebens geworden. Aber wo liegt diese Stadt? „Dieburg? Kenne ich nicht.“ – Für alle, die mir das während des Jahres 2012 gesagt haben:

Dieburg liegt im Landkreis Darmstadt-Dieburg und ist, wie auch Köln und Mainz, eine Fastnachtshochburg. Zudem besteht eine weitere Parallele zu Köln, denn den Bachelor Studiengang Online-Journalismus gibt es zum einen am Mediencampus in Dieburg und zum anderen auch an der FH in Köln.

die Bibliothek und
Die Bibliothek des Mediencampus in Dieburg, Foto: Martin Krauß

In Dieburg wird am Mediencampus der Hochschule Darmstadt der Nachwuchs der Medienbranche ausgebildet. Journalisten, Informationswissenschaftler, Kameramänner, Regisseure, Sound Designer – kurz digital media Spezialisten kommen aus der kleinen Stadt an der Gersprenz.

An einem kleinen Campus können Ideen entwickelt, umgesetzt und getestet werden. In Projekten können Studierende praktisch an der Zukunft mitarbeiten und auch Praxiserfahrungen sammeln (,die noch immer pauschal von Medienschaffenden bei Hochschulausbildungen als fehlend bemängelt wird). Wer sich in der Medienbranche für Nachwuchs interessiert, sollte Dieburg besuchen kommen. Mit einem Eindruck von der Ausbildung am Mediencampus lässt sich das eine oder ander Vorurteil sicher aufheben.

Ein Magazin, bei dem die Leser um die nächste Ausgabe bitten, kann hier ebenso entstehen, wie ein Blogprojekt, das in der Journalistenbranche positiv aufgenommen wird. Danke, Dieburg. Danke, an meine Professoren, dass dies im Jahr 2012 möglich wurde.

Auf ein gutes Jahr 2013!